Eine verpatzte Dezernentenkarriere und ein Trip nach Kanada

Kaum sind die Buhrufe der Beamtenschaft an die Adresse von Hannelore Kraft (roter Farbanstrich) verstummt, kaum hat man die Zustimmung der Stammtische zur Förderung des sogenannten Beamten-Sparschweins in einer WDR-Umfrage vernommen, sind die Politiker(innen) beruhigt zum politischen Alltag zurückgekehrt.
Wie man die Tage lesen durfte, hat sich z.B. Sylvia Löhrmann (grüner Farbanstrich) Zeit für ihre Beziehung genommen und ihren Lebensgefährten Reiner Daams (gleichfalls grüner Farbanstrich) für den Posten des Schuldezernenten in Aachen vorgeschlagen. Nach Querschlägen der CDU (Skandal! Grüner Filz!) hat sich Daams nun (Stand 29.05.13) entschieden, seine Kandidatur zurückzuziehen.
Das muss hier im Schulblog mehr als bedauert werden!!! Erstens, weil Daams als momentaner Referatsleiter im Bauministerium die besten Voraussetzungen für einen Schuldezernenten in der rot-grünen Schulpolitik mitgebracht hätte, nämlich null Ahnung. So hätte er die Dinge unvoreingenommen angehen können, oder nur halb oder auch gar nicht. Ganz, wie es ihm, bzw. seiner Lebensgefährtin gepasst hätte. Zweitens ist ja die rot-grün angemalte Koalition kräftig dabei, die Qualität unseres Schulsystem zu verschlechtern. Da werden erstmal 25 Millionen für den Vertretungsunterricht gekürzt und hunderte von fertigen Referendaren in die Arbeitslosigkeit geschickt. Wegen mangelnder Kooperation des Schulministeriums mit Städten und Kommunen wird das Inklusionsgesetz in die Ablage gesteckt. Ein pädagogisch sinnvolles Konzept des Ganztagsunterrichts – Fehlanzeige. Motivation der eh schon selbstlos handelnden Lehrerschaft – nicht nötig; man geht davon aus, dass jede Mehrarbeit auch mit verminderten Bezügen klaglos erledigt wird. Berücksichtigt man, dass es zukünftig (nach jetzigen Einschätzungen) immer weniger Kinder geben wird, so wird sich am Ende die Schulpolitik in NRW lediglich mit nur einem zu beschäftigen haben: dem Abriss von Schulgebäuden. Einer wie Reiner Daams, also einer mit Bauerfahrung, wäre da die best denkbare Besetzung gewesen. Leider nichts draus geworden. Sehr, sehr schade.
Ansonsten macht Hannelore Kraft (Farbanstrich s.o.) erstmal einen Trip nach Kanada und USA. Erste Station: Shopping in Vancouver (s. entsprechende DPA-Bilder in den Printmedien). Weitere Stationen Edmonton und Calgary, dann noch Los Angeles und Silicon Valley (beide nicht mehr Kanada). Damit der Steuerzahler nicht gleich wieder losmeckert und die Landesmutter verdächtigt, sie mache sich auf Kosten der geschundenen Landeskasse nur ein paar schöne Urlaubstage (Flug First Class, versteht sich), hat sie überall verkünden lassen, sie wolle auf dieser Reise etwas lernen. Zum Beispiel über Fracking (eminent wichtig für NRW, da man in der Koalition überlegt, bei Beamten verbindlich als Dienstkleidung den Frack einzuführen, um auch nach Außen sichtbar zu machen, dass man in ihnen lediglich servile Diener sieht). Weiterhin will sie was über Energie im Allgemeinen und Besonderen (incl. Technologie und so Ähnlichem) lernen und sich mit dem Google-Boss zum Googlen treffen, was für NRW als Industriestandort tausendmal wichtiger ist als General Motors (weshalb sie mit dem Unternehmen auch nie geredet hat). Dennoch wäre es mal ganz interessant zu erfahren, was genau diese Fortbildungsaktion gekostet hat. Nur für den Fall, dass man sich mal selbst in Kanada und USA fortbilden möchte …
Zum Guten Schluss noch: Christian Lindner (erkennbar am gelben Farbanstrich) hat den von Hannelore Kraft betrogenen Beamten in einem Zeitungsinterview sein persönliches Beileid ausgedrückt und verkündet, er als Politiker hätte die Welt auf jeden Fall (leistungs)gerechter und beamtenfreundlicher erschaffen. Leider ist er von dem betreffenden Zeitungsreporter nicht gefragt worden, ob er in dieser Welt auch das Selbstbedienungsprinzip der Abgeordneten abgeschafft hätte.

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