Und der nächste Wortbruch folgt sogleich …

Im Dezember 2011 erklärte Hannelore Kraft schriftlich dem Deutschen Beamtenbund, sie versichere, „dass die Landesregierung keine weiteren Einschnitte bei der Beamtenschaft“ plane. Finanzminister Walter-Borjans blies sogleich in das gleiche Horn, und verkündete, Beamte in Zukunft nicht weiter von der Lohnetwicklung abzukoppeln.
Was diese Versprechungen wert waren, konnte man vor einigen Wochen von Hannelore Kraft vernehmen: für einen Großteil der Beamten gibt es keine Lohnerhöhung. Das Geld ist eben draufgegangen für die milliardenschwere Abwicklung der West-LB und dann noch für die satte Erhöhung der eigenen Diäten.
Nun folgt auf diesen eklatanten Wortbruch sogleich der nächste. Anstatt die Priorität für die Bildung unserer Kinder, die im Wahlkampf großartig hinausposaunt wurde (Kraft: „Wir nehmen jedes Kind mit!“), voranzutreiben, verkündet die grüne Schulministerin Sylvia Löhrmann, dass 25 Millionen Euro für Vertretungslehrer im Krankheitsfall gestrichen werden. De facto fallen damit 500 Lehrerstellen weg, bzw. 360 000 Unterrichtsstunden. Bezahlte Stunden, wohlgemerkt, die in Zukunft unbezahlt von den nicht erkrankten Lehrerinnen und Lehrern erteilt werden müssen. In der Praxis bedeutet das erheblich schlechtere Stundenpläne für die Kollegien mit viel mehr der sogenannten „Freistunden“, in denen dann die Vertretungen stattfinden werden. Noch weiter gedacht bedeutet es, dass die 25 Millionen von den nicht erkrankten Lehrern demnächst erwirtschaftet werden, d.h. bei einer Kürzung der Bezüge wird die Arbeitszeit um drei Stunden im Monat erhöht, die ja bekanntlich nicht bezahlt werden. Computerprogramme, die die Einhaltung dieser für das Schulministerium magischen Zahl penibel überwachen, gibt es bereits an jeder Schule.
Dass nun unter diesen Umständen die Lehrerschaft in NRW die Probleme, die sich wegen der Diskreditierung der Hauptschulen (und inzwischen auch der Realschulen), dann wegen der Verkürzung der Schulzeit (und damit der Kindheit) und schließlich wegen der Inklusion inzwischen himmelhoch auftürmen, noch mit Engagement angehen wird, ist unter diesen Umständen kaum vorstellbar. Die NRW-Schule wird weiter zurückfallen. Leider.

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