Wulff muss bleiben – als Unterrichtsbeispiel!

Bundespräsident Wulff hat inzwischen die genuinen Eigenschaften eines Politikers medienwirksam so radikal bloßgelegt, dass man unbedingt darauf bestehen sollte, ihn als lebendes Unterrichtsbeispiel für immer im Amt zu behalten.
Er zeigt uns nämlich beispielhaft, dass Politiker

– aus ihren Ämtern hemmungslos Vorteile schlagen, da sie diese nicht angetreten haben, um der Allgemeinheit zu dienen, sondern nur sich selbst (s. hierzu z. B. Becks Luxusflüge, Özdemirs Fußballeintrittskarten, die Diätenerhöhung um 500 Euro monatlich im NRW-Landtag)
– Kraft ihrer Ämter und wenn nötig unter Umgehung geltenden Rechts denjenigen Vorteile verschaffen, von denen sie sich für sich selbst noch mehr Vorteile versprechen
– den Begriff der Unwahrheit oder Lüge nicht kennen, da sie als Inhaber der Macht Wahrheiten so postulieren, wie sie ihnen gerade passen
– Flachdenker sind, da man nur so beliebige, ja sogar widersinnigen Sprechblasen endlos produzieren kann
– nicht fähig zu dauerhaften sozialen Bindungen sind, weil sie die nur nach dem Nützlichkeitsprinzip eingehen
– sich derart auf ihre eigene Eitelkeit konzentrieren, dass sie die Realität nicht mehr wahrnehmen
– all diese Eigenschaften in ein äußeres Erscheinungsbild verpacken, das ihnen Seriosität verleiht und die Wähler mit schönem Schein blendet.

Weshalb der Wähler dann, treu seiner staatsmännischen Pflicht, alle Jahre zur Wahl geht und – wie es Kafka so treffend in seiner Parabel „Auf der Galerie“ bemerkt – „weint (…), ohne es zu wissen“.

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