Von schönen Scheinwerfern

Ein Scheinwerfer geht aus – das Theaterpublikum trauert. Ja, mit so viel schönem Schein hat selten jemand um sich geworfen wie der gutte Baron: Mitarbeit bei namhaften Zeitschriften, Prädikatsexamen, Doktortitel! Und dann noch: Authentizität, Ehrlichkeit, Tatkraft, als wärs aus einem der zahlreichen Hedwig Courths-Mahler Romane. Nun auf einmal ist der schöne Schein aus. Bei Tageslicht wird klar: alles nur Lug und Trug. Das Theaterpublikum muss aufstehen und nach Hause gehen. Wo alles so trist ist. Wie fürchterlich …
Kanzlerin Merkel hat sich übrigens schärfstens gegen die Kritik der anderen Parteien verwahrt. Keiner habe, sagte sie in die Mikrophone und bei tosendem Applaus der CDU-Freunde, ihr zu erzählen, was Anstand und was Ehre seien! Nicht Gysi, nicht Trittin und schon gar nicht Sigmar Gabriel! Da muss man ihr ausnahmsweise mal Recht geben. Denn kein Politiker, der irgendwann und vor allem irgendwie zu einem sogenannten politischen Entscheidungsträger geworden ist, kann irgendjemandem anderen etwas über Anstand und Ehre erzählen. Schon eher was darüber, wie man zu einem geschmierten Lappen oder noch einfacher zu einem Schmierlappen wird. Machen wir uns nichts vor – nur in unseren Schulen wird noch der Versuch unternommen, aus Kindern anständige und ehrliche Menschen zu machen. Und rücksichtsvolle. Und hilfsbereite. Und glückliche. Ob wir als Lehrer vielleicht auch nur dem schönen Schein hinterherträumen? Na klar doch! Ein helles Licht am Horiznont braucht jeder!

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