Zur Etymologie der Wörter Lumpen und Lump und noch etwas über die Lumpensammlerin

Lumpen m. (< 15. Jh.). Fnhd. lumpe. mit Vokalvariation zu mhd. lampen ’schlaff hunterhängen‘. Weitere Herkunft unklar. Adjektive: lumpig, zerlumpt.
Lump m. stil.(< 17. Jh.). Das Wort hat sich von dem ursprungsgleichen Lumpen sekundär differnziert. Bedeutungsübertragungen (wie etwa auch bei Waschlappen) im Sinn von ‚zerlumpter Mensch‘, aber auch ’schlaffer Mensch, Weichling‘. Sich nicht lumpen lassen gehört zu lumpen swV. ‚jmd. einen Lump schelten‘. (Beide Erklärungen aus: Kluge, Etymologisches Wörter der deutschen Sprache, Berlin, 1999, S. 528 und 529)
Worauf Kluge bei „jmd. einen Lump schelten“ nicht weiter eingeht, ist, dass mit „Lump“ hier ein unehrlicher Mensch bezeichnet wird, der auf Kosten anderer lebt und das auch noch gut findet. Also z.B. unser Baron zu Guttenberg.
Eine Lumpensammlerin war früher eine arme Frau, die ihrer Armut dadurch zu entgehen versuchte, indem sie verbrauchte Stoffe aufsammelte und – um es mal modern zu sagen – der Wiederverwendung zuführte. Trotz ihrer niedrigen gesellschaftlichen Stellung als Abfallsammlerin wurde die moralische Integrität dieser Frau nie angezweifelt. Das hat sich Dank Bundeskanzerlin Merkel diese Tage geändert.

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