Rechnung mit 3 Kopfnoten


Damit Lehrer über die Kopfnoten, die später als Fußnoten ausgedruckt werden, beraten können, gab es für die Schüler vor den Halbjahreszeugnissen einen Tag schulfrei, oder anders formuliert: Unterricht fiel für Notenkonferenzen einen Tag lang aus.
Machen wir nun eine kleine Rechnung auf. Nehmen wir an, dass jede Gesamtschule und jedes Gymnasium in NRW 4-zügig sind und eine Klasse am Kopfnotenkonferenztag 6 Stunden gehabt hätte.
Für die Sekundarstufe I. ergibt diese Rechnung 24 Klassen x 6 Stunden = 144 Stunden Unterrichtsausfall an einem Tag pro Schule.
Nun multiplizieren wir munter weiter:
220 Gesamtschulen x 144 Stunden = 31.680 Stunden
628 Gymnasien x 144 Stunden = 90.432 Stunden.
31.680 Stunden + 90.432 Stunden = 122.112 Stunden.
Nehmen wir jetzt mal an, dass in der Sekundarstufe II. an diesem Tag pauschal für beide Schulformen 30 Stunden ausgefallen sind.
220 Gesamtschulen x 30 = 6.600 Stunden
638 Gymnasien x 30 Stunden = 19.140
6.600 Stunden + 19.140 Stunden = 25.740 Stunden.
Und nun kommen wir zur Endrechnung:
122.112 Stunden Sek. I. + 25.740 Stunden Sek. II. = 147.852 Stunden Unterrichtsausfall.
Stellen wir uns zum Schluss einmal vor, diese unglaubliche Anzahl an Stunden wäre in die Bildung der Kinder investiert worden … (an dieser Stelle wird der geschätzte Leser sich selbst überlassen).
Apropos: Die gewaltige Stundenvernichtungsaktion, die sich Ende dieses Schuljahres im gleichen Ausmaß wiederholen wird, ist von der gleichen Frau genehmigt (oder besser: angeordnet) worden, die zu Beginn ihrer Amtszeit die Stammtische mit der Ankündigung erfreute: In NRW wird keine einzige Unterrichtsstunde mehr wegen Konferenzen ausfallen! Dafür werde ich sorgen!

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