Neue Studie zur Arbeitssituation von Lehrerinnen und Lehrern

Die von Prof. Bauer an der Dortmunder Universität soeben veröffentlichte Studie zur Arbeitssituation von Lehrern zeigt ganz klar: bei jedem dritten Lehrer ist das Burn-Out-Syndrom nachweisbar. Die Studie nahm die Arbeit von über 1000 Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen unter die Lupe und kommt zu dem Schluss, dass Lehrer im Durchschnitt 51 Stunde die Woche arbeiten (unter Berücksichtigung der Ferien!)und es dabei zunehmend mit rabiaten Schülern zu tun haben.
Dass dabei die Hauptschule besonders schlecht abschneidet, war zu erwarten. An den anderen Schulformen funktioniert der Stress subtiler und vor allem da, wo es dem Lehrer durch abertausende von Verordnungen sowie Gängelungen seitens des Schulministeriums, der Bezirksregierungen und auch der Schulleitung unmöglich gemacht wird, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen.
Beklagt wird in der Studie auch die „Wohlstandsverwahrlosung“ von Kindern, die die Tage ganz alleine verbringen. Ich möchte dieser Verwahrlosung auch noch den Trend zur ganztägigen Bespaßung der Kinder an den Schulen hizufügen. Da werden sie dann aus der einen Unmündigkeit, nämlich den Nachmittag selbstgesteuert zu bestimmen, in die anderen Unmündigkeit, nämlich das Erholen von dem „langen“ Schultag vor der Glotze oder dem Computer, entlassen. Dass solche Kinder im Unterricht große Konzentrationsprobleme haben und zudem noch in Klassen mit 34 Kindern gepfercht sind, macht die Sache dann für den Lehrer besonder schwierig.
Die GEW fordert eine bessere Ausbildung, die wünschen sich die angehenden Lehrer auch. Fragt sich nur, was mit all denen geschieht, die sich bereits verausgabt haben? Eine Stundenentlastung vielleicht? Eine besondere Betreuung im Krisen- und Konfliktmanagment? Ja, ich weiß, aber man darf noch träumen …

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